Angelika Rattay

„Meine Passion ist es, ein Bild der Weiblichkeit zu entwickeln, das nicht von einem althergebrachten Rollenbild geprägt ist, sondern von einer neuen Vision: eine Frau, deren Schönheit sich aus ihrer Einzigartigkeit ergibt, aus ihren Verletzungen, aus der Kraft, die sie durch deren Überwindung gewonnen hat. Sie ist schön, weil sie nicht dem stereotypen Schönheitsideal entspricht, das letztendlich doch nur ein Ausdruck von Durchschnittlichkeit und Mittelmäßigkeit ist.“

Geboren 1974 in Wien. Sie absolvierte eine Bildhauerausbildung an der Wiener Kunstschule bei Leslie De Melo und studierte zwischen 1997 und 2003 an der Universität für angewandte Kunst Wien Bildhauerei bei Gerda Fassel und anschließend Bildnerische Erziehung.

Künstlerischer Anspruch

Das Fragmentarische

Angelika Rattays künstlerische Auffassung hat sich aus der Vorstellung entwickelt, dass Vollkommenheit als Ziel dem Menschen weder gemäß noch erreichbar ist. Deshalb gilt alle Aufmerksamkeit und Hinwendung dem Fragmentarischen. Dieses verlangt seine eigene Entfaltung. In der Anbringung subtiler körperlicher Deformierungen vermag die Künstlerin die ruhige, stereometrische Körperarchitektur ihrer Protagonistinnen aufzubrechen. Dabei handelt es sich um bewusst angebrachte, den anatomischen Gesetzmäßigkeiten zuwiderlaufende Akzentuierungen im Dienste des Ausdrucks.

Aufrecht, erhobenen Hauptes, verfolgen sie ihre Ziele, gehen immer weiter, den Blick stets nach vorn gerichtet. Auffallend ist die Gesichtslosigkeit der Figuren – dies ermöglicht es der Betrachterin, sich mit Rattays Protagonistinnen zu identifizieren.

Skulpturen

Starke Frauen im Fokus

Den Schwerpunkt von Angelika Rattays Kunstwerken bilden Skulpturen, die starke Frauen zeigen. Alle Figuren sind von ihrem Leben gezeichnet. Sie wissen, dass sie nicht makellos sind. Genau dies macht sie zu etwas Besonderem, und diese Einzigartigkeit tragen sie stolz mit sich. Egal ob in Schrittstellung oder stehend, der Schwerpunkt ist stets so gesetzt, dass nichts sie umwerfen oder sie von ihrem Weg abbringen kann.

Zitat

Nicht das herkömmliche, medial tradierte Frauenbild verortet sie in ihrem bildhauerischen Œuvre, sondern vielmehr jenes von emanzipierten und autarken Frauengestalten. So wundert es nicht, wenn ihre Skulpturen mit so klingenden Frauennamen wie „Carola“, „Leoba“, „Fiona“ und „Viola“ weniger Verkörperungen lieblich-anmutiger Wesen sind, mit den gemeinhin mit Weiblichkeit identifizierten Rundungen und weichen Linien, vielmehr handelt es sich hierbei um Titulierungen für Frauengestalten von androgyner, breitschultriger und kompakt-kantiger Körperstatur.

Doris Fries, Kunsthistorikerin

Ausgewählte Einzel- und Gruppenausstellungen

2015

Dia de los Muertos – Tag der Toten, zu Ehren von Mercedes Sosa; WUK, Wien

2012

Dia de los Muertos – Tag der Toten, zu Ehren von Viktor Frankl; WUK, Wien

2010

Frauen machen Kunst; Galerie NUU, Wien

2009

Cherchez la femme; Galerie Kunst#stücke, Wien

2008

Bildhauerei, Grafik, Malerei; Kleine Galerie, Wien
Fuertissima – Starke Frauen; Bezirksvorstehung Wieden, Wien

2006

Berlin Wien; Kunsthalle im European Creative Center, Berlin

2003

Widerständig (Diplom-Vernissage); Universität für angewandte Kunst, Wien

2002

The Essence 2002; Künstlerhaus, Wien

2001

Frauen machen Druck; Kleine Galerie, Wien
Köpfe, Torsi und Fragmente; Kunst-Platz Rotenturmstraße, Wien

2000

Im Bauch der Kunst; Aula des Universitätscampus Altes AKH, Wien
Big Torino; Biennale Internazionale dell’ Arte Cortile Molasso, Turin

1999

Figur 99; Lerchenfelder Gürtel, Wien
EinzigARTig; Kunstmesse Salzburg

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